In diesem Jahr sollte unser erstes Gruppenlager stattfinden und wir waren der Meinung, dass das Land der Tulpen und Windmühlen genau der richtige Ort dafür sei. Als es am 22. Juni früh morgens losging, erwarteten uns vier Tage im Scoutcentrum Harderhaven und anschließend der von allen heißersehnte Segeltörn auf dem Ijsselmeer.
Die Tage auf dem Zeltplatz vergingen, trotz des schlechten Wetters, schnell. Wir „vertrieben“ uns die Zeit mit segeln und rudern und besuchten die nahegelegenen Städte Haderwijk und Amere. Das Highlight dieser ersten Sola-Hälfte war dann schließlich der Besuch einer Werft, in der die Batavia nachgebaut wurde.
Nach vier Tagen packten wir unsere Zelte wieder ein und machten uns auf den Weg nach Kampen, wo die Noordster, unser Zuhause für die folgende Woche, schon auf uns wartete. Natürlich kann man so ein Segelschiff nicht alleine steuern und bedienen, darum begleiteten uns Erik, der Skipper, sowie seine Frau Annemarie und der „suikerkranke“ Hund Mikey.
Nachdem wir das Schiff beladen und uns ein wenig umgeschaut hatten, ging es auch direkt los. Unser Ziel für diesen Tag hieß Elburg. Von dort segelten wir nach Volendam und von dort wiederum nach Amsterdam, worüber sich insbesondere die „Kinder“ freuten. Hier bekamen wir dann auch zu spüren, dass Holland und Belgien die Fußball-EM in diesem Jahr austrugen, und so füllte sich unser Schiff mit den tollsten EM-Präsenten. Noch immer war das Wetter relativ schlecht, dies sollte sich auch während der Tour nicht mehr ändern. So war es auch kaum verwunderlich, dass einige Teilnehmer, die etwas zu sommerlich gepackt hatten ständig in denselben Sachen herumlaufen mussten, gell Guido?!
Natürlich hatten wir auch Unfälle an Bord. (Ja, Tobi war dabei, aber kurioserweise hat er sich diesmal nicht verletzt!) Es traf Melanie, die mit der Architektur unseres Schiffes, speziell den niedrigen Decken, noch nicht so vertraut schien und sich an einem Stahlträger den Kopf stieß, was sie einige Zeit außer Gefecht setzte. Aber es gab auch Partystimmung auf der Noordster, zum Beispiel am Abend vor Tims Geburtstag, in den wir natürlich `reinfeierten!
Von Amsterdam hatten wir schließlich genug und wir kreuzten Richtung Muiden, setzten dort die Segel um nach Hoorn zu fahren und bevor wir wieder in unserem Heimathafen Kampen einliefen, schauten wir noch kurz in Lelystad vorbei. Während unserer Woche an Bord konnten wir keine wirklichen Seekranken beklagen, und wir können von Glück sagen, dass unsere Geldreserven nahezu unerschöpflich gewesen sein müssen, da uns unsere hungrigen Passagiere sonst wohlmöglich die Haare vom Kopf gefressen hätten. Aber mit einer stets ausreichenden Portion „Vla“, für den die Oranjes ja berühmt-berüchtigt sind, gelang es uns doch immer irgendwie unsere vom Angeln sowie vom Segel setzen und einholen erschöpften Black Beans „am Laufen“ zu halten.
Wir hatten zwölf teils lustige, manchmal aber auch stressige und anstrengende Tage miteinander verbracht, und das Leitungsteam ist sicherlich manchmal aneinander und auch an seine Grenzen gestoßen.