Niemand hätte je gedacht, daß es in der Steinzeit soooo naß war. Gott sei Dank gab es die Leiter, die bereits Tage zuvor nach Westernohe fuhren und die meisten Zelte aufbauten. Wir konnten uns daher in die trockene Jurte verkriechen. Gab es mal einen trockenen Augenblick, stürmten wir aus den Zelten und bauten in Sekundenschnelle ein Beduin auf. Sobald aber ein Zelt stand, fing es wieder an zu regnen. Das Zeltaufbauen so gut vorran, wie Autofahren im Berufsverkehr.
Nachdem nun alles stand, konnten wir endlich ins unser Zelt begeben und für gemütliche Unordnung sorgen. Das Küchenzelt wurde eingerichtet und in der Jurte die Bänke gestellt, so das wir schön im Trockenen zu abend essen konnten.
Am zweiten Tag wurde dann erst einmal die Umgebung erkundet und die ersten Bauwerke errichtet. Ein paar Jungs verbrauchten fast das ganze wenige Bauholz dafür, eine Wippe zu bauen. Heute kam auch unser Kurat, der Michael vorbei. zu Besuch kam auch der Peter mit. Auch Carmen und Christoph kamen für übers Wochenende zu Besuch. So kamen auf jeden anwesenden Leiter ~2 Kinder. Das sorgte für Ruhe und kein Leiter wurde überfordert.
Während des andauernden Regens mußten wir allerdings die meiste Zeit im Zelt verbringen. Die Zeit verbrachten wir damit, uns ein paar schöne Figuren aus Speckstein zu schnitzen, und wir trotzen dem Regen. Da es aber andauernd regnete mußten die Leiter das Programm ein wenig trockener gestalten. In der Turnhalle verbrachten wir einen ganzen Nachmittag mit Spiele. Abends wurde diese dann in ein Kino verwandelt, und es wurde Disney´s Mulan gezeigt.
Im laufe der Zeit waren einige Zeltplätze wieder frei geworden und wir hatten genug Bauholz, um uns einen Bannermast zu bauen. Aus drei Stämmen wurde das Gerüst gebaut, an dem hing nicht nur die DPSG-Fahne, sondern auch die zu trocknende Wäsche und eine Schaukel.
Heute hatten wir ausnahmsweise mal einen schönen Tag, und ab und zu kam ein Planet zum Vorschein, den wir schon fast vergessen hätten. Das war schön für uns, doch ein Fernsehteam des WDR mußte wieder abziehen. Denn sie wollten einen Bericht über Pfadfinder im Regen drehen – und heut schien die Sonne...
Im laufe der Woche gab es aber wieder viel zu viel Regen. Wieder standen die Leiter vor dem Problem, was tun. So versprachen sie uns eine Überraschung und die bekamen wir dann auch. Wir fuhren zur Gruppe Fortuna, in der lange Zeit Eisenerz abgebaut wurde. Mit einem Zug fuhren wir in den Berg hinein, und mit einen Aufzug in 150 m Tiefe. Dort bekamen wir eine Führung durch den Bergbaustollen. Man erklärte uns die verschiedenen Abbaumöglichkeiten, und unter welchen Umständen die Menschen damals arbeiten mußten. Uns wurden verschiedene Maschinen gezeigt, und manche wurden angeworfen, um uns zu zeigen wie laut sie sind.
Am nächsten Tag haben wir versucht Steinwerkzeug herzustellen. Einige bekamen sogar anständige Keile hin. Mittags erzählten uns die Leiter, das von dem Zeltplatz aus ein Bunter Abend geplant wurde, bei dem jeder Stamm etwas vorführen sollte. Wir entschlossen uns für eine Theateraufführung über die Mammut-Jagd in der Steinzeit. Wir hatten ja genügend Informationen, da uns jeden abend vom Rokal, dem Steinzeitjäger vorgelesen wurde. Wir entwickelten eine Geschichte und bastelten alle Kostüme und Werkzeuge selbst für unseren Auftritt. Lena und Bine spielten das Mammut. Lenas Gipsarm stellte den Rüssel dar und Bine hielt zwei Stoßzahnzweige nach vorne, dann ein Bettlaken drüber und fertig war das Mammut. Die Jungen zogen sich ein Steinzeit-Gewand über und bauten eifrig ihre Speere, Bögen und auch Schleudern. Für das Mammut-Fleisch, was aus rot bemalten Steinen bestand, bauten sie einen „Schlitten“, um es zu transportieren. Der Auftritt war eine gelungene Darbietung und wir waren sehr stolz auf unsere Eigenleistung.
Am nächsten Tag traten wir bei einem Menschenkicker-Turnier an, bei dem wir, wie Tischfußballer, an Rohren angebunden wurden, so konnten wir nur nach links und rechts. Wir wurden in Gruppe B gesteckt und hatten schwere Gegner bei diesem Turnier. Im ersten Spiel traten wir gegen eine Mädchenmannschaft einer französischen Pfadfindergruppe an. Diese waren allerdings einige Jahre älter, und so mußten wir kräftig kämpfen um nicht haushoch zu verlieren. In einem spannenden Spiel verloren wir nur knapp mit 6:7. Noch war alles offen. Doch unser nächster Gegner ließ uns bangen, es war das Leitungsteam der Franzosen. Alle doppelt so alt wie wir und um einiges größer. Aber auch sie waren angebunden, das gab uns ein wenig Mut. Dann entschied sich Tobi dafür bei uns ins Tor zu gehen. Die erste Halbzeit gelang es keinem ein Tor bei uns zu landen, und mit einem Paradeschuß von René gingen wir am Ende der 1.Halbzeit auch in Führung. Dann stellte sich die Mannschaft der Franzosen jedoch um, die Männer kamen nach vorne direkt vor unser Tor. Dort hielt sich der Ball auch in der 2. Hälfte die meiste Zeit auf. Wie ein Flummi flog der Ball immer in Richtung Tor, doch Tobi stand wie eine Mauer, kurz vor Schluß dann das Unglück, die Franzosen erreichen ein Unentschieden. Gekämpft bis zum Schluß, doch leider nicht über die Vorrunde hinaus gekommen. Dafür waren wir wohl die moralischen Sieger, da wir schließlich die einzigste Wölflings-Mannschaft waren und trotzdem den Franzosen mal gezeigt haben wie man Kicker spielt.
Zum Schluß des Lagers gab es dann einen Bunten Abend, bei dem jedes Zelt einen Sketch vorführte und wir den Schluß von Rokal lasen. Nachdem wir alle so viel Spaß hatten und einiges Steinzeitmäßiges erlebt haben, wollten wir das natürlich festhalten, und so malten wir das Erlebt als Höhlenmalerein auf eine Jurtenbahn.
Der letzte Tag ging dann nur noch um den Abbau. Das Wetter war wieder trockener uns konnten wir alle Zelte verpacken, aufladen und dann ging es zurück ins 20.Jahrhundert.