Segeln und Zelten in Holland: Das Sommerlager der EDDIX
Nach einer vierstündigen Fahrt kamen wir in Makkum an. Unser Skipper ließ ein wenig auf sich warten und wir nutzten die Zeit zum Frühstück und zur äußerlichen Begutachtung unseres Schiffes - der Batavier. Nachdem wir unseren Kram verstaut hatten, ging es auch gleich auf die hohe See. Nicht das Ijsselmeer - wir sind ja keine Süsswassermatrosen -es ging gleich raus ins Wattenmeer. Unser erstes Ziel hieß Terschelling. Wir hatten guten Wind, dafür ließ sich die Sonne nur selten blicken. Diese Momente genossen wir dann aber in allen Zügen, indem wir uns auf Deck breit machten und uns die Sonne auf den Pelz schienen ließen. Die meiste Zeit war es allerdings bewölkt, was der Stimmung jedoch keinen Abbruch tat. Für diese Stunden gab es unter Deck einen geräumigen Aufenthaltsbereich. Und jeder fand eine Beschäftigung. Den ersten Tag auf See hatten wir hinter uns. Niemand wurde Seekrank, und die frische Seeluft bewirkte auch nicht das, was die Leiter sich insgeheim wünschten. Stattdessen machte man die Nacht zum Tag und spielte und feierte unter Deck.
Die zweite Station hieß Texel. Beim Wetter änderte sich leider nicht viel, und auch die Aussicht wurde nicht viel besser. Ständig fiel der Blick auf eine Bohrinsel, die erst seit kurzem im Wattenmeer Position bezogen hatte und nicht nur uns das Bild trübte.
Auf dieser Strecke fuhren wir das erste Mal nicht im Wind, und wir bekamen von unseren Matrosen Ferdi eine Einweisung ins Wendemanöver. Wir ahnten noch nicht, wie oft wir dieses Manöver, auf unserer Tour, durchführen sollten.
Nach unserem Aufenthalt auf Texel wollten wir uns mit unserem Schiff trockenfallen lassen, was im Wattenmeer mit diesen Schifftypen möglich ist. Dort wollten wir einen gemütlichen Abend weit draußen im Watt verbringen. Doch das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Unser Skipper Rick sah keine Möglichkeit als zurück in die das ruhigere Ijsselmeer zu fahren. Unser Ziel war das kleine Dorf Worum, ein gemütlicher kleiner Hafen und nicht viel drumrum. Am nächsten Tag hatte Rick eine schlechte Nachricht: Der Sturm war immer noch am toben - eine Ausfahrt war nicht möglich.
So suchten wir am vierten Tag nach Beschäftigung. Einige wandten sich den üblichen 'Wizzard'- und 'Uno'-Runden zu, andere versuchten ihr Glück beim angeln. Und auch das kleine Städtchen lockte, mit seinen zwei Geschäften.
Nun war es der fünfte Tag auf See, oder Hafen, und unsere Zeit an Bord lief ab. Wir mussten raus auf das Ijsselmeer und zurück nach Makkum. Der Sturm war nur wenig zurückgegangen. Es regnet wie wenn Kurtscheider Pfadfinder Zelte aufbauen wollten. Vom Skipper kamen nun klare Worte. Nur drei Mann auf Deck - und nur mit Rettungsweste!
Das Meer tobte. Die Wellen schlugen gegen die Bordwand. Bleiche Gesichter spielten unter Deck Karten, während das Schiff wie ein Spielball hin und her geworfen wurde. Von oben hörte man das Schreien, jener tapferer Männer, die den Naturgewalten trotzen und die Wendemanöver durchführten. Zu diesem Zeitpunkt waren wir froh, dass wir Flo und Basti dabei hatten. Somit brauchten wir unsere Jungs nicht dem sicheren Tod überlassen.
Naja, wir wollen mal nicht übertreiben.
Ohne Verluste kamen wir in Makkum an. Und wie sollte es anders sein? Es hörte auf zu regnen. Wir packten unsere Sachen und machten klar Schiff. Nach den Strapazen des Gruppenfotoshootings ging es in die Autos und wir begaben uns nun zum zweiten Teil unserer Reise.
Nach einstündiger Fahrt nach Bentveld und zweistündiger Suche nach der Zeltplatzeinfahrt trafen wir in 'Het Naaldenveld' ein. Dort erwarteten uns zwei weitere Gäste für unser Lager. Simone und Todo, die ihre eigene Segelfreizeit hinter sich hatten.
Het Naaldenveld ist ein sehr schöner Platz. Mit sandigen Boden und inmitten eines schönen Kiefernwaldes. Der Sturm hatte zwar hier auch einige Pfützen hinterlassen, doch aufgrund des Bodens war es schnell wieder trocken. Die ersten Tage lies sich die Sonne sich auch recht häufig blicken. Wir hatten sogar Glück und konnten einen Tag am Strand von Zandvoort verbringen. Die Wanderung war einigen wohl etwas zu lang, jedoch wurden wir mit guten Wetter und hohen Wellen belohnt. Die Zeit am Strand nutzten einige, um sich ihr eigenes Königreich zu bauen. Anfangs als einfache Sandburg geplant entwickelte es immer weiter. Zum Schluss gab es ein Schatzkammer, ein Lustschloss, ein barocker Park mit Irrgarten, sowie ein Fußball Stadion mit Frauenparkplatz. Jedoch waren die Steuern zu hoch und man investierte nicht genug in effektive Verteidigungsanlagen. So kam es, das während wir durch Volleyball abgelenkt waren, niederländische Sturzkampfbomber, Typ "Möwe", den Kleinstaat niedertrampelten.
Als das Wetter die Tage wieder etwas trüber wurde fuhren wir ins nahe Haarlem. Dort ging es in erster Linie zu shoppen, schließlich gab es noch nicht viel Gelegenheit dazu. Uns erwartete aber auch eine sehr schöne Stadt mit einem Jazz-Festival. Kleine Bands hüllten die Fußgängerzone in jazzige Klänge.
Am nächsten Tag ging es nach Amsterdam. Nachdem wir einige Zeit mit der Parkplatzsuche verbracht haben ging es ans Kartelesen, schließlich sind wir Pfadfinder. Auf dem Weg zur Innenstand bekam man dann einen guten Einblick auf die möglichen Freizeitaktivitäten der Stadt.
Heute sollte ein wenig Kultur auf dem Programm stehen. Nachdem wir allerdings die über 500m lange Schlange vor dem Anne-Frank-Museum sahen, gingen wir wieder zum Shopping über. Zurück auf dem Zeltplatz wurde dann erst einmal der neue Football von Markus eingeweiht.
Der nächste Tag sollte es wieder zum Strand gehen. Kaum angekommen und in die Wellen gesprungen, ging das Wetter wieder zu dem guten alten Regen über. Dieser unterbrach dann das Badevergnügen und wir fuhren wieder zurück zum Platz. Dort verbrachten wir den Rest des Tages in den Zelten. Das Wetter spielte dann doch noch mit und wir konnten den letzten Abend gemütlich grillen und einen schönen Abend verbringen. Am nächsten Tag sollte es dann früh raus, damit wir rechtzeitig mit dem Abbau beginnen konnten. Der Regen verzögerte allerdings das Aufstehen um einige Stunden. Danach ging aber alles recht schnell und wir kamen pünktlich nach Hause und ein schönes Lager ging zu Ende.
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