Wölflinge in Echternach

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Von Rittern und Burgfräulein: Das Sommerlager der Wölflinge in Echternach Vom 17. - 24. August führte uns unsere erste ausländische Expedition in weit entlegene Luxemburg. Die auserwählte Stadt hieß Echternach. Leicht abseits, in der Wildnis, schlugen wir unsere Bleibe, bestehend aus einer Jurte, einem Küchenzelt, einer Kothe und Rundzelten, auf. Nach der kräftezerrenden Errichtung wurde uns der Tag noch durch 80 l Regenwasser pro cm2 versüßt. Am darauf folgenden Tag kamen unsere zwei Nachzügler pünktlich zum Matschschaufeln.
Da unser Lager unter dem Motto "Ritter" stand, sollte zunächst eine Hierarchie festgelegt werden. Thorsten H., der "Selbstsichere", ernannte sich aus freien Stücken zum König und nahm sich Yvonne mit dem "flammenden Haar" zur Frau. Auch sein Sohn Prinz Bastian heiratete das Weib an seiner Seite. Silvia, "die Jüngste". Nicht fehlen durften Knappe Basti der "Cholerische", Waffenschmied Flori für Speer und Schwert, Magd Simone die "Unersetzliche", Baukonstrukteur Thorsten Statik, Henker Feusel der "handwerklich hoch begabte", sowie der 1. Ritter Pepe, auch "Wortakrobat" genannt.
Da auch die Wölflinge in diesem Lager eine besondere Rolle spielen sollten wurden sie an einem feierlichen Festabend zum Ritter geschlagen. Mit einem Schluck lieblichen Weines und einem Zepterschlag durch König Thorsten wurde ihnen ihre Kutte überreicht, um gemeinsam mit der Königsfamilie gegen den Schlamm anzukämpfen. Bald danach brachen wir auf zu den nahe gelegenen Thermen, zu den alljährlichen Wasserspielen. Dies stellte sich jedoch als schlechter Einfall heraus, da das Baden vor Ort einen unakzeptablen Bademodenzwang erforderte. Nach dieser Misere zog es den einen Teil des Heeres in die Altstadt von Echternach, während der andere Teil den Rückzug ins heimische Gehöfe antrat. Zu späterer Stunde jedoch, fanden sich alle wieder zum allabendlichen Lagerfeuer zusammen. Nach dem Verzehr von köstlichem Stockbrot zogen sich alle in ihre Schlafgemächer zurück. Weinige Minuten nach dem reichhaltigen Frühstück brachen wir zu unserem ersten Kreuzzug in eine nahe gelegene Schlucht auf. Durch das so genannte, Labyrinth, über Stock und Stein, vorbei an kleinen Seitentälern und zwischen steilen Klippen hindurch, führte uns unser Weg zu einer weit entfernten Aue, wo wir uns unsere wohl verdiente Rast gönnten. Wohl genährt und mit vollen Bäuchen traten wir den Heimweg an. Die Dämmerung brach schon über unser Lager herein und so beschlossen wir an diesem Tage keine weiteren Expeditionen mehr zu wagen. Unsere kleinen Ritter waren oftmals schon vor uns Marschbereit,...so auch heute. Es sollte zu den Warmwasserbädern nach Bitburg gehen, welche für Erlebnis und Abenteuer bekannt waren.
Dort angekommen und die Odyssee des Wechsels in die Badetracht überstanden, stürzte sich jeder sogleich ins erfrischende Nass. Auch die Außenanlagen wurden mit Begeisterung genutzt. Als wir von diesem abenteuerlichen Ausflug zurückkehrten, waren die Kräfte einiger kleiner Ritter noch nicht aufgebraucht, doch auch diesen wurde mit einer außerordentlich anstrengenden Nachtwanderung genüge getan. Den Rest der Nacht verbrachten die Ritter in ihren Gemächern auf der Suche nach Schlaf, welcher ihnen nicht gegönnt sein sollte, da sie ein schweres Gewitter plagte. Der hohe Adel versuchte derweil die Behausungen seines Gefolges gegen die einbrechenden Schlamm- und Wassermassen zu schützen. Später in der Nacht belohnten sie sich dann eigenmächtig mit einigen Tropfen köstlichen Gerstensaftes. Nach der ereignisreichen Nacht beschloss der Adel keine weiteren Ausflüge für den bevorstehenden Tag. Nach langem Schlafe bis tief in den hellen Tag hinein, wurde zu einer Wasserschlacht aufgerufen. Kurz bevor sich die Schlacht ihrem Ende zuneigte, wollten sich einige, eigentlich schon Unterworfene aus der Adelsfamilie, nicht mit ihrer Niederlage zufrieden geben und fuhren schwerere Geschütze auf. Unter den Führern entbrannte eine erbitterte Schlammschlacht, die jedoch friedfertig unter den warmen Duschen endete.
Abschließend wurde noch zu einem "Burgeroberungsspiel" geladen. Ziel für beide Fraktionen war es Fahnen, an und rund um die Burg des jeweils anderen Teams, zu erobern. Nach einigen Stunden voller Hetze, zahlreichen Gefangennahmen und vielen Stürzen, wurde ein Sieger nach Punkten erklärt, da das Gefecht sonst nie ein Ende genommen hätte. Auch diesmal war die Kondition der kleinen Krieger verbraucht und eine weitere Nacht brach über uns herein.
Der vorletzte Tag unserer Reise stand bevor. Für heute stand das Programm schon lange fest, da Vorbereitungen Für den "Bunten Abend" getroffen werden mussten. Durch heiße Diskussionen und schweißtreibende Planungen verging der Tag sehr schnell und der Festabend konnte kommen. Aufgrund der Ritter, musste der Adel an diesem Abend Aufgaben erfüllen, welche wohl sonst nur vom Minnesänger oder Hofnarren zu bewältigen waren. Die kleinen Ritter führten Stücke vor, veranstalteten Wettkämpfe, doch das "Highlight" des Abends war das Tanzen, Singen und Modeln des Königshauses.
Im Rahmen des Losverfahrens wurden die Rollen bestimmt. Als Sänger auserkoren wurden Baukonstrukteur Thorsten Statik mit " Ups, I did it again".... König Thorsten der "Selbstsichere" mit "Für Dich" und Prinzessin Silvia die "Jüngste" mit "Mensch". Zum Tanze geladen wurden Magd Simone die "Unersetzliche", Knappe Basti der "Cholerische" und der 1. Ritter Pepe, auch "Wortakrobat" genannt. Und auf den Laufsteg gebeten wurden Schmied Florian für die Badetracht, Königin Yvonne mit dem "flammenden Haar" für die Jungrittertracht und Prinz Bastian als Zofe. Beim Tanz überzeugte unser erster Ritter durch gekonnten Schwung an der Stange. Beim Gesang stach Prinzessin Silvia mit der Reibeisenstimme eines Baren hervor und beim Modeln gewann Königin Yvonne nach einem harten Stechen mit Prinz Bastian. Aus Angst der Erniedrigung beging Henker Feusel der "handwerklich hoch begabte" Fahnenflucht und tauchte frühzeitig in Italien unter. Nachdem der Abend voller Belustigungen sein Ende genommen hatte, zog sich jeder erneut in sein Schlaf gemach zurück, um am letzten Tage voller Tatendrang die Flagge einzuholen und das Lager abzubrechen.
Mit großen und kleinen Kutschen traten wir die Heimreise an. Zuhause kehrten schließlich alle Ritter, so auch die Adelsfamilie, in ihr eigenes Reich zurück.
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