Piratenlager im schönen Mecklenburg-Vorpommern

In der Nacht vom 16. auf den 17. Juni machten sich eine handvoll beutehungriger Freibeuter auf den Weg an die weit entfernte Mecklenburger-Seenplatte. Es wurde eine laaaaaannnnge Reise die durch einen Zwangsaufenthalt kurz vor dem Ziel noch etwas verlängert wurde. Aber wir konnten bald die Anker lichten

In sängender Sonne bauten wir die Zelte auf und waren danach (vor allem die Leiter) alle sehr kaputt. Da unser Hafen direkt an einem der zahlreichen Seen lag konnten wir uns dann aber im kühlen Nass erfrischen und vor allem abkühlen. Es war mörder-heiß und das fliegende, stechende Ungeziefer machte uns allen zu schaffen. Nach einem kargen aber schmackhaften Mahl machten wir uns dann alle in unsere Kojen.

Am nächsten Morgen machte uns die Hitze zwar immer noch zuschaffen aber frisch ausgeruht konnte man sie weitaus besser ertragen. Also machten wir uns daran unsere Piratenkluft zuschneidern. T-Shirts wurden zerschnitten, bemalt und mit schaurigen Brandlöchern versehen. Gürtel wurden gebastelt und das obligatorische Kopftuch durfte natürlich nicht fehlen. Nach getaner Arbeit stürzten wir uns wieder in die Fluten. Abends gab es das erste wirkliche Festmahl was unser raubeiniger Smutje "Flori der Bärige" zubereitete. Nun ging es an die ersten Piratenprüfungen. Erst mussten die jungen Süsswassermatrosen gegen Bastian Barbosa "Borog" trinken, eine übel schmeckende Brühe aus Schiffsabwasser. Danach ging es an einen Wettkampf im Armdrücken gegen den alten Haudegen "Drei-Kippen Pepe". Unter der Aufsicht der schrecklich (schönen) Betty mussten dann noch weitere Aufgaben erfüllt werden die unsere Mannschaft bald in den Stand eines waschechten Seeräuber heben sollten. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit berichtete uns Short John Hinkel das der Inselverwalter am Strand seinen Rausch ausschläft und wir unbedingt sein Gold sowie den vorzüglichen Rum erbeuten müssten, also machten wir uns im allerfeinsten Schleichgang auf den Weg und kehrten mit reicher Beute zurück.

Am nächsten Morgen mussten wir erstmal ins nächste Hospital, da sich eine unserer Freibeuterinen am Fuss verletzt hatte ein Knöchel- und Schienbeinbruch, was uns alle etwas schockte da es anfangs nicht so schlimm aussah. Also musste Short John einige Touren ins Krankenhaus unternehmen um die Verletzte zu betreuen und einige Besucher abzuliefern. Die anderen machten sich auf eine ereignisreiche Paddeltour, die mit einem Schiffsbruch endete. Die Crew von Drei-Kippen Pepe wollte nicht so wir er wollte und deshalb wurde kurzerhand das Boot zum kentern gebracht. Das fanden nicht alle Crewmitglieder so lustig wie der Kapitän.

Am Donnerstag folgte dann eine spannende Reise nach Rostock. Der Besuch im Schifffahrtsmuseum war sehr interessant und wir erfuhren einiges über die gesamte Geschichte der Seefahrt, vom Einbaum bis zum riesigen Containerschiff. Danach ging es zu einem Stadtbummel, bei dem sich mal wieder zeigte das selbst weibliche Seeräuber einen Hang zum Geldausgeben haben. Abends schlemmten wir mal wieder wie die Könige und saßen noch ein paar Stündchen am endlich lodernden Lagerfeuer. Das Holz dafür ergaunerten sich drei wackere Offiziere in echter Piratenmanier in dem sie einen toten Baum einfach mit purer Manneskraft nieder machten.

Am Freitag sollte dann die große Schatzsuche starten die perfekt vorbereitet war. Wir suchten den Schatz des furchtlosen Kapitän Störtebecker, der uns einige knifflige Aufgaben stellte, die wir aber natürlich bravurös meisterten. Dieser geniale Triumph musste natürlich ausgiebig gefeiert werden und es gab wieder einmal Leckereien im Überfluss. Nachts entschlossen sich einige tapfere Freibeuter zu einer Nachtwanderung. Der mit Knicklichtern gekennzeichnete Weg entpuppte sich als etwas verwirrend, was an der Beutelust einer feindlichen Mannschaft lag, die dreisterweise über die Hälfte der grünen Lichter einfach einsackte. Aber es war trotzdem eine spannende Wanderung die viel Herzklopfen und einige Tränen verursachte, da sich der furchtlose Drei-Kippen-Pepe und sein nicht minder grausiger Kumpan, Short John Hinkel, nicht scheuten den jungen Halsabschneidern den Schneid abzukaufen in dem sie sich im stockdunklen Wald auf die Lauer legten und sie das fürchten lehrten.

Der letzte Tag lag ganz im Zeichen des Faulenzens, die Mannschaft döste am Strand und tummelte sich im kühlen, trüben Nass. Der Smutje spendierte eine leckere Runde Eis und den Offizieren sogar einen kühlen Gerstensaft. Es war ein rundum schöner Tag der mit dem obligatorischen Buntenabend bei dem sich die Leiter wie immer einigen, kniffligen Aufgaben stellen mussten endete. Es wurde noch die Piratenkönigin und ihr König gewählt, die natürlich aus der bezaubernden, schrecklichen Betty und dem verucht-verführerischen Drei-Kippen-Pepe bestanden.

Der Abbau lief wirklich super und die Mannschaft legte sich beachtlich in die Riemen um schnell wieder zurück in den Heimathafen zukommen. Dort landeten wir in den frühen Abendstunden.

Es war ein super Lager und das Leitungsteam hofft das es allen Piraten gefallen hat. Im nächsten Jahr (dann endlich als Jufis) werden wir das alles hoffentlich wiederholen können.

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