Rovistad
- der Reisebericht -
Dienstag, 30. 07.
2002:
Endlich sind wir hier!!!! Nach insgesamt ueber 26 Stunden anstrengender
Überfahrt sind wir in Cochabamba gelandet. Na nicht wirklich, denn
gelandet sind wir in La Paz und mußten dann auf dem 4500m hoch gelegenen
Flughafen feststellen, dass es auch in Südamerika Schnee gibt. Während
wir uns uber den Schnee freuten, saß unser Begrüßungskommitee
noch im Bus auf dem Weg nach La Paz. Der Grund dafür, wie wir später
erfuhren, war der starke Schneefall am Tag zuvor, der ihre Abfaht verzögert
hat. So stiegen sie auf der Mitte des Weges zu uns zu.
Bei der Ankunft in Cochabamba wurde uns ein toller Empfang geboten.
Ca. 100 Bolivianer in Kluft warteten im Nationalzentrum der bolivianischen
Pfadfinder, wo wir untergebracht sind, auf unser Eintreffen.
Einen Tag konnten wir uns jetzt von unseren Strapazen erholen und
heute Abend geht es dann mit der großen Willkommensfiesta weiter.
Hier
gibts ein paar Bilder von uns.
Donnerstag, 01.08.2002:
Freundschaft, Spass und Lust auf mehr -- war die Stimmung der rauschenden
Willkommensfete. Mit dieser rovergemäßen Party sind wird hier
erst richtig angekommen. Zu unserer Überraschung begrüßte
uns auch der nationale Vorsitzende der ASB Germán Rocha, der in seiner
Rede die Wichtigkeit unsres gemeinsamen Projektes innerhalb der langjährigen
Partnerschaft und die neue Qualität dieser herausstellte, die durch
die erste direkte Begegnung von Rover zu Rover entsteht.
Natürlich kamen wir auch unseren "touristischen Pflichten"
nach, so bummelten wir durch die Innenstadt, z.B. besuchten wir den Hauptplatz,
den Dom und das Haus von Simón Patiño, dem ehemals reichsten
Mann der Welt. Höhepunkt der Besichtigungstour war die in Deutschland
nicht vorstellbare Kleinbusfahrt mit 46 Leuten und der Besuch der größten
Christusstatue der Welt (3 Meter höher als in Rio und so groß,
dass sie nicht aufs Foto passte).
Soziale Gegensaetze erlebten wir in vielen Situationen. Dies wir
sicher ein Thema sein, das uns wohl ueber die ganze Reise hindurch begleiten
wird.
Hier gibts
die aktuellen Bilder.
Donnerstag, 08.08.2002:
Das eigentliche Projekt im Chapare 02.08.
- 07.08.
Wir sind am 02.08. losgefahren und mussten einige Teilnehmer und zwei Leute
vom Leitungsteam zurücklassen. Montezuma hatte sich an ihnen gerächt.
Frohen Mutes sind wir in zwei Bussen mit ca. 50 Leuten losgefahren. Die
Hälfte waren bolivianische Rover und deren Leiter. Die Fahrt verlief
unproblematisch. In der Naehe von Villa Tunari angekommen mussten wir feststellen,
dass Tropen
auch kalt sein können. Die Bolivianer zogen schnell ihre Pullover
an. Der Vorteil war, dass es so gut wie keine Mücken gab. Die erste
Überraschung war der ungewohnete Umgang mit der bolivianischen Pfadfinderei.
Erst pfeifen, dann in Formation antreten. Wie sich das zu Anfang eines Lager
gehört, links die Deutschen, rechts die Bolivianer, bloss nicht mischen.
Nach Aufbau, kurzer Arbeitseinteilung, hiess es gemeinsam die Ärmel
hochkrempeln und Steine aus dem Urwaldbach pulen zum Fundamentbau. Vor dem
Schlafen haben wir noch kurz den Geburtstag von Juan-Ernesto Rodriguez gefeiert.
Anschliessend nichts wie in die deutsch-bolivianischen Zelte. Die Zeltbelegung
sowie die Arbeitsgruppen wurden international gemischt.
Am 03.08. erhielten alle eine kurze Einweisung in das Projekt. Die Lagerregeln
wurden bekannt gegeben und los gings mit schuften. Diesmal mit Mücken
und entsprechender Hitze. Unser Arbeitsgebiete erstreckten sich auf Materialbeschaffung
(große Kieselsteine aus einem Flußbett holen), Wege und Brückenbau,
Naturschwimmbadbau im Urwaldbach, Parkplatzbau, Küche und Hausbau. Die
Arbeitsgebiete blieben weitgehenst die ganze Zeit gleich nur die Leute wechselten
taeglich. Am Abend hiess es fein machen. Alle zusammen nach Villa Tunari.
Dort war ein in ganz Bolivien bekanntes Fischerfest mit ca. 50.000 Besuchern.
Diesmal auch mit Deutschen. Wir wurden als gemeiname Scoutgruppe mehrmals
offiziell von den verschiedenen Musikgruppen auf der Bühne begrüsst.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten war ein Teil der großen Tanzfläche
ständig von unseren Leuten besetzt. Man kam sich auch beim Tanzen zwischen
den Kulturen schnell näher. Nach unserer Rückkehr ins Lager stellten
wir fest, dass ein Teil unserer Kranken nachgekommen war.
Am 04.08. wurde vormittags ordentlich malocht und nachmittags sind wir
in einen Urwaldspielpark gefahren. Männliche sowie weibliche Tarzans
kamen hier an vielen Seilgeräten auf ihre Kosten.
Nach der Rückkehr gabs dann den nächsten Geburtstag. Diesmal
auf deutscher Seite: Katrin Fuhr wurde 19. Wir nahmen dies zum Anlass, die
erste Lagerregel auszuhoehlen. Zum Fest gab es für jeden ein Bier.
Der 05.08. verlief wie immer gleich am Vormittag. Maloche, Maloche und
nochmals Maloche. Nachmittags sind wir zur UMOPAR gefahren. Das ist der
Teil der bolivianischen Polizei, der zur Drogenbekämpfung im Urwald
eingestzt wird. In einer eigenen Ausstellung hatten wir einen kleinen Einblick
in Kokainherstellung und -schmuggel. Abends gabs dann den letzten Geburtstag.
Diesmal wieder
bolivianisch. Tucho (Roberto Escobar), einer der bol. Lagerleiter hatte
Geburtstag. Nach guter bol. Pfadfindersitte bekam er fuer jedes Lebensjahr
von den Teilnehmern einen deftigen Schlag mit dem Halstuch auf sein Hinterteil.Anschliessend
fanden sich überall im Zeltgelände kleine deutsch-boliviansiche
Gruppen, die die angenehme warme Tropennacht unter dem eindrucksvollen Sternenhimmel
der südlichen Hemisphaere genossen.
Am 06.08. schon wieder Maloche. Nachmittags dann ab in einen Tierpark.
Dort werden tropische Tiere in mühsamer Kleinarbeit wieder ausgewildert.
Zum Abschluss des Projektes gab es ein großes Grillfest und ausnahmsweise
eine kleine Flasche Bier für jeden.
Der 07.08., unser letzter Tag in Villa Tunari.
Pro Zelt wurden zwei Leute zum Abbau des Lagers eingeteilt, der Rest wieder
Maloche. Nach dem Mittagessen wurde dann reflektiert. Zum ersten Mal wurden
die bolivianischen Pfadfinder mit deutschen Methoden konfrontiert. Einigen
war anzumerken, dass die lockere Arbeitsweisen in Kleingruppen ohne irgend
eine Formation ungewohnt war.
Anschliessend haben wir mit unseren Freunden dann noch eine Zeremonie gefeiert.
Pachamama (die Mutter Erde) wurde durch eine Opferzeremonie um Verzeihung
gebeten, dass wir sie verletzt haben (durch die Fundamente des Hausbaus).Dieser
Brauch geht bis in die vorchristliche Zeit zurück und ist heute noch
durchaus üblich.Auf der Heimfahrt haben wir noch an einem Badeplatz
gehalten, wo sich noch einige die notwendige Abkühlung verschafft haben.
Beim Verlassen des Chapare ist einem unserer Busse, wie sollte es in
Bolivien auch anders sein, ein Maleur passiert. Jimmy, unser Fahrer hat
den Bus im Stockdunklen in den Graben gesetzt. Nur mit Hilfe zweier Lastwagen
war er wieder frei zu bekommen. So ist das nun mal in Bolivien. Wir sind
aber alle mit dem Schrecken davon gekommen.Gegegen 01.00 Uhr waren
wir dann endlich völlig übermuedet in Cochabamba.
Das war das Chapare. Übrigens: Alle waren der Meinung, dass sich
junge
Leute ueberall auf der Welt doch ziemlich ähnlich sind und sich gut
verstehen
können.
Michael
Hier gibt
die aktuellen Bilder.
Mo 18.08.2002:
Der dritte Reiseteil:
Im dritten Reiseteil haben wir uns in mehrere Gruppen aufgeteilt:
Leider konnten wir uns nicht die Ruta del Che anschauen, da die Zeit zu
knapp war.
Und hier
noch ein paar Bilder.
Fr 23.08.2002
Rovistad
ist offizell beendet. Der erste Teil der Gruppe ist gesund und nicht
mehr sehr munter in Deutschland angekommen. Jetzt ist erst mal ausschlafen
angesagt. Allerdings vermissen wir Bolivien jetzt schon.
Wer Interesse
hat, kann sich auch noch mal anschauen, wie alles ursprünglich geplant war.
Kontakt: Christian@rovistad.de